Kommunikation und Information

Die UNESCO verfügt über ein Sondermandat, um „den freien Meinungsaustausch durch Wort und Bild“ zu fördern. Über das Programm „Kommunikation und Information“ leistet die UNESCO einen Beitrag zum Schutz der Meinungsfreiheit, zur Förderung der Pressefreiheit, zum Aufbau moderner Wissensgesellschaften und zum verbesserten Zugang zu Informationen.

Meinungsfreiheit und Pressefreiheit

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein Menschenrecht, unabhängig vom Medium (mündlich, schriftlich, digital etc.). Durch ihren Einsatz für dieses Recht will die UNESCO in erster Linie Frieden schaffen. Dafür ist sie im Kontakt mit Behörden, Parlamentariern und politischen Entscheidungsträgern, um diese an die grundlegende Rolle der Meinungsfreiheit in einer demokratischen Gesellschaft zu erinnern.

Die UNESCO kämpft ebenfalls für die Pressefreiheit. Sie unterstützt Projekte zum kritischen Journalismus und zur Medienerziehung. Sie organisiert außerdem jedes Jahr am 3. Mai den Welttag der Pressefreiheit, an dem der Guillermo-Cano-Preis der UNESCO für Pressefreiheit verliehen wird.

Dokumentenerbe (Memory of the World)

Das UNESCO-Programm „Memory of the World“ setzt sich seit 1992 für den freien Zugang zum dokumentarischen Erbe und dessen Erhalt sowie für die gesellschaftliche Bewusstseinsbildung in Bezug auf dessen Bedeutung ein. Das Dokumentenerbe wird ständig bedroht, nicht nur durch äußere Umstände und den Zahn der Zeit, sondern auch durch Vernachlässigung oder willentliche Zerstörung: zerfallendes Papier, Computerpannen oder auch vorsätzlich zerstörte Dokumente bei Konflikten etc. Doch gerade das Dokumentenerbe ist grundlegend dafür, aus der Vergangenheit zu lernen und die Zukunft besser anzugehen.

Das Memory-of-the-World-Register der UNESCO erfasst dokumentarische Zeugnisse von außergewöhnlichem Wert für die Menschheit. Diese Dokumente müssen mehrere Auswahlkriterien erfüllen, wie beispielsweise die Authentizität und die „Unersetzlichkeit“.

Belgien ist mit folgenden Einträgen im Register vertreten:

  • Geschäftsarchiv der Officina Plantiniana (2001)
  • Archiv der Bibliotheca Corviniana (2005)
  • Archiv der Insolventen Boedelskamer in Antwerpen (2009)
  • Archiv der alten Universität Löwen 1425-1797 (2013)
  • Papierarchiv, Mundaneum (2013)

Die regionalen und nationalen Memory-of- the-World-Komitees unterstützen das Programm „Memory of the World“.

Belgien zählt drei Komitees: das flämische Komitee, das französisch- und deutschsprachige Komitee und das belgische Komitee.

Das flämische Memory-of-the-World-Komitee

Das flämische Memory-of-the-World-Komitee wurde 2013 von der flämischen UNESCO-Kommission eingerichtet. Der Vorsitzende dieses Komitees ist Prof. Dr. Marc Jacobs. Die flämische Anlaufstelle für Kulturerbe FARO dient als vorübergehender Sitz. Das Komitee bietet auf flämischer Seite Hilfestellungen für den reibungslosen Ablauf des Programms „Memory of the World“.

Es überprüft gegebenenfalls eingegangene Bewerbungen für die Aufnahme in das Weltregister. Das flämische Komitee trifft im April/Mai (ungerade Jahre) eine Vorauswahl.

Kontakt: Marc Jacobs, Vorsitzender des flämischen Memory-of-the-World-Komitees: marc.jacobs@faro.be

Das französisch- und deutschsprachige Memory-of-the-World-Komitee

Das 2014 gegründete französisch- und deutschsprachige Memory-of-the-World-Komitee bietet Unterstützung für den reibungslosen Ablauf des „Memory of the World“-Programms und setzt sich für die Verwirklichung seiner Ziele ein. Die Mitglieder des Komitees verfügen über Fachexpertise in verschiedenen Bereichen des Dokumentenerbes.

In der Praxis konzentriert sich die Teilnahme der beiden Komitees am Programm „Memory of the World“ auf folgende Punkte:

  • französisch- und deutschsprachige Bewerbungen für das UNESCO-Weltregister Memory of the World unterstützen;
  • die Öffentlichkeit für die Bedeutung und Vielfalt der Sammlungen sensibilisieren;
  • informieren, veröffentlichen sowie den Erhalt und die verschiedenen Schutzmaßnahmen fördern;
  • mit staatlichen Institutionen für den Schutz und die Erhaltung der Sammlungen kooperieren.Die Vorauswahl der Bewerbungen zum Weltregister kann auch vom belgischen französisch- und deutschsprachigen Komitee im April/Mai (ungerade Jahre) getroffen werden.

Kontakt: Stéphanie Manfroid, Vorsitzende des französisch- und deutschsprachigen Memory-of-the-World-Komitees: manfroid.stephanie@skynet.be

Das belgische Memory-of-the-World-Komitee (Be MoW)

Das 2015 gegründete Memory-of-the-World-Komitee Belgien ist verantwortlich für die Gesamtleitung des UNESCO-Programms „Memory of the World“ sowie für dessen Weiterverfolgung. Das Komitee übernimmt folgende Aufgaben:

  • die Zusammenarbeit der beiden Memory-of-the-World-Komitees in Belgien fördern;
  • ein nationales Memory-of-the-World-Register in Belgien erstellen und führen sowie Anträge für dokumentarische Zeugnisse hinsichtlich der Prüfung und Bewertung unterstützen;
  • Vorschläge zur Nominierung, die aus Belgien stammen oder mit Belgien im Zusammenhang stehen, koordinieren und einreichen;
  • enge Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen in Belgien, um das nationale Register aufzubauen und sich am internationalen und europäischen Register zu beteiligen;
  • Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung für das „Memory of the World“-Programm in Belgien leisten;
  • die öffentlich-private Zusammenarbeit fördern, um spezifische Maßnahmen des „Memory of the World“-Programms in Belgien durchzuführen;
  • eine enge Zusammenarbeit mit den nationalen UNESCO-Kommissionen und dem regionalen europäischen Memory-of-the-World-Komitee bewerkstelligen;
  • regelmäßige Kontakte zum Hauptsitz der UNESCO in Paris pflegen.

Nationale und internationale Bewerbungen

  • Die Vorschläge zum Eintrag in das UNESCO-Weltregister können von jeder natürlichen oder juristischen Person eingereicht werden, auch von Regierungen oder NGOs. Jedoch werden vorzugsweise Vorschläge behandelt, die vom zuständigen regionalen oder nationalen Memory-of-the-World-Komitee oder durch dieses eingereicht wurden, oder, falls dies nicht der Fall ist, durch die beiden nationalen UNESCO-Kommissionen.
  • Eine internationale Bewerbung kann direkt beim Be-MoW-Komitee eingereicht werden. Das Expertengremium dieses Komitees steht Ihnen zur Seite, um Sie bei der Planung und Erstellung der Bewerbungsunterlagen zu unterstützen, um internationale Beziehungen zu erleichtern usw. Eine internationale Bewerbung wird von einem der beiden Komitees (ndl. / frz. & dt.) überprüft.
  • Nationale und internationale Nominierungen müssen bis spätestens 31. März (gerade Jahre) bei der UNESCO eingereicht werden.

Kontakt: Roger Roberts, Vorsitzender des belgischen Memory-of-the-World-Komitees: roger.roberts904@gmail.com


Erhaltung des digitalen Erbes (PERSIST: Platform to Enhance the Sustainability of the Information Society Transglobally)

Das digitale Erbe ist für die Menschheit von großer Bedeutung. Es ist in der heutigen Welt ein wesentliches Mittel zum Erwerb und Austausch von Wissen. Die dauerhafte Erhaltung der digitalen Informationsfülle in unseren entwickelten Gesellschaften stellt eine Herausforderung dar, der sich auch Archive, Museen, Bibliotheken und andere Einrichtungen des kulturellen Erbes stellen müssen.

Das Projekt PERSIST (Platform to Enhance the Sustainability of the Information Society Transglobally) fördert den Dialog zwischen diesen Institutionen, den Behörden und der IKT-Branche, um die Erhaltung digitaler Informationen und den Zugang dazu dauerhaft zu gewährleisten.

Open Access

Die UNESCO engagiert sich für den freien Meinungs- und Wissensaustausch. Daher bringt sie sich konsequent für das Programm Open Access und damit für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen ein. Der universelle Zugriff auf Informationen war übrigens schon immer eine Grundbedingung für die nachhaltige Entwicklung und den Frieden.

Als Organisation der vereinten Nationen, die unter anderem für die Wissenschaft zuständig ist, verteidigt die UNESCO die Interessen von Wissenschaftlern in weniger entwickelten Ländern. Open Access ist zwar vorrangig ein Instrument, um auf neue Entwicklungen zugreifen zu können, dennoch ist der Wissensaustausch im Interesse aller. In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es ausdrücklich: „Jeder hat das Recht, am wissenschaftlichen Fortschritt und seinen Errungenschaften teilzunehmen“ (Artikel 27).