Die UNESCO-Kommissionen

Jeder Mitgliedstaat der UNESCO ist verpflichtet, eine Nationalkommission einzurichten. Diese setzt sich aus Experten aus vier großen Bereichen zusammen: Bildung, Wissenschaft, Kultur sowie Kommunikation und Information. Belgien verfügt aufgrund seiner föderalen Struktur über zwei Kommissionen: Die flämische UNESCO-Kommission und die belgische französisch- und deutschsprachige UNESCO-Kommission.

Die UNESCO ist die einzige Organisation innerhalb der Vereinten Nationen, die die Einrichtung von Nationalkommissionen vorsieht und dadurch die Zivilgesellschaft in ihre Aktionen einbindet, wie beispielsweise die wichtigsten Kultur-, Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen. Weltweit gibt es an die 200 UNESCO-Nationalkommissionen.

Die belgische UNESCO-Nationalkommission wurde am 12. Februar 1949 gegründet. Sie fiel unter die Zuständigkeit des Außenministers und besaß ein Mandat für die Koordinierung der staatlichen und nichtstaatlichen UNESCO-Aktivitäten. Diese Nationalkommission besteht in der föderalen belgischen Struktur in dieser Form nicht mehr. Aufgrund verschiedener Staatsreformen fallen die meisten Tätigkeitsbereiche der UNESCO mittlerweile unter die Zuständigkeiten der Gemeinschaften und Regionen. Aktuell gibt es in Belgien zwei UNESCO-Kommissionen: die flämische UNESCO-Kommission, die 2003 gegründet wurde, und die belgische französisch- und deutschsprachige UNESCO-Kommission aus dem Jahr 2006. Die beiden Kommissionen bemühen sich, ihre Zusammenarbeit zu verstärken und Synergien zu schaffen.

Aufgaben und Aufträge

Die UNESCO-Kommissionen in allen Mitgliedstaaten bilden nationale Kontaktstellen, die der UNESCO bei der Ausrichtung und Durchführung ihrer Programme behilflich sein können. Sie beteiligen sich nicht nur an den Tätigkeiten der UNESCO, sondern unterstützen auch die Regierung ihres Landes durch Beratung in allen Fachbereichen der Organisation. Die Kommissionen können außerdem eigene Initiativen ergreifen, um die Verwirklichung der Ziele der UNESCO in ihrem Land voranzubringen.